Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Freistaates Bayern zeigen wir in diesem Jahr die Sonderausstellung „Die Schätze der Wittelsbacher“. Zu sehen sind grandiose Original-Schmuckstücke aus Museen sowie aus privaten Sammlungen, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.

Wie es sich für ein europäisches Herrscherhaus gehört, besaßen die Wittelsbacher zahlreiche Schätze, um ihre Ansprüche und ihre Bedeutung in der Adelshierarchie zu unterstreichen. Unter den Exponaten der Ausstellung sind auch Preziosen der beiden berühmtesten Wittelsbacher: Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn und Märchenkönig Ludwig II.. Während ihres unbekümmerten Lebens in Possenhofen hatte Sisi noch keinerlei Preziosen an sich getragen. Doch als Kaiserin war Elisabeth verpflichtet, an offiziellen Empfängen, Audienzen und Hofbällen zu brillieren. „Dazu gehörte ein repräsentatives Auftreten mit Prunkkleidern sowie passendem Schmuck“, so Dr. Bernhard Graf, Kurator der  Sonderausstellung auf den Mineralientagen. „Elisabeths extravaganter Stil spiegelt sich vor allem in ihrem Schmuck wider.“ So entwarf zum Beispiel der Wiener k.u.k Hofund Kammerjuwelier Alexander Emanuel Köchert die berühmten „Sisi-Sterne“ als Schmuck für ihre Haarpracht. Sie besaß 27 dieser Diamantsterne, die sie als Collier, Diadem, Anhänger, Broschen und Haarschmuck tragen konnte. Manchmal trug sie aber zu ihren Kleidern auch nur einfache Anstecknadeln mit ihrem Monogramm und der stilisierten Kaiserkrone von Österreich. Nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf zeigte sie sich allerdings nur noch schmucklos und im tiefsten Schwarz. Nach wie vor verschenkte sie aber Preziosen, insbesondere an ihre Lieblingstochter Marie Valérie und ihre Enkelin „Erzsi“.

König Ludwig. II., der sich seine eigene Prachtwelt erschuf, sammelte mit Akribie Preziosen aus dem Umfeld des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV., darunter wertvolle Petschaften aus Edelmetall oder seltene Mineralien. Er schmückte sich aber nicht nur selbst mit Gold, Silber, Süßwasserperlen, Heliotropen, Türkisen und Lapislazuli. Auch seine Verbündeten und engsten Künstlerfreunde beschenkte Ludwig II. mit wertvollsten Preziosen nach seinem Geschmack. So erhielt sein Lieblingskomponist Richard Wagner eine Schatulle aus 585er Gold mit unterschiedlichen Diamantrosen sowie Ludwigs Monogramm und Königskrone.

Diese und viele andere bedeutende Preziosen sind in der Sonderausstellung zu bewundern.