Wir alle haben schon einmal beim Wandern oder Spazierengehen besonders geformte und strukturierte Steine bewundert oder als Kind viel-leicht sogar mitgenommen und gesammelt. Das Geheimnis dahinter ist die unvorstellbare Zeit von über 4 Milliarden (4.000.000.000) Jahren, in welcher sich die Gesteine der Erde gebildet haben. Zeit und besondere geologische Bedingungen haben an vielen Orten die außergewöhnlichsten Kristalle wachsen lassen.

Manche davon gibt es häufiger, andere kennen wir nur von einer einzigen Fundstelle weltweit. Ihre Farben, Formen und Größen sind teilweise spektakulär und machen sie so zu begehrten Sammlerobjekten: ein echtes Stück Erdgeschichte, mit größter Mühe von Abenteurern aus unzugänglichen Bergklüften oder den tiefsten Minen geborgen. Denn neue Funde zu machen wird schwieriger und verlangt den Cristalliers, Strahlern und anderen Mineralienjägern immer mehr ab. Aber ob alt oder neu, zwei Sachen haben alle Naturschätze auf der Munich Show dabei gemeinsam: Jeder ist einzigartig und jeder hat eine spannende Geschichte zu erzählen!

Die ganze Welt der Mineralien

Von Australien bis Europa, von Patagonien bis Island, von Schätzen aus alten Sammlungen bis hin zum neuesten Fund – in den fünf Münchner Messehallen werden während der Munich Show die wertvollsten und seltensten Steine der Welt präsentiert, gehandelt und getauscht.

Privatsammler sind hier ebenso auf der Jagd nach neuen Schätzen wie die Kuratoren naturhistorischer Museen und anderer Institutionen weltweit. Dabei muss der Einstieg in die Sammelleidenschaft nicht immer gleich in großem Stil erfolgen – auch Kunstsammler kaufen nicht nur Picassos.

Wichtig ist vor allen Dingen der Fokus: Wer beispielsweise mit „Thumbnails“ anfängt, das sind Steine bis etwa 5 cm Größe, kann damit eine vielfältige und interessante Sammlung aufbauen. Oder auch die Spezialisierung auf bestimmte Mineralien bietet ein weites Betätigungsfeld: Quarz – das häufigste Mineral der Erde – kennen wir als glasklaren Bergkristall aus den Alpen, meist nur ein paar Zentimeter groß, aber auch als meterhohen Riesenquarz aus Brasilien oder – von weiteren Elementen „verunreinigt“ – als violetten Amethyst, um nur ein Beispiel zu nennen.

Ein Gespräch mit den Sammlern und Händlern vor Ort zeigt, dass die Motivationen zum Sammeln von wissenschaftlichem Interesse über reine Ästhetik bis hin zur alternativen Wertanlage und Alterssicherung reichen. Manche haben ihre Begeisterung aus Kindertagen in ein ernsthaftes Hobby überführt, andere sind erst spät, aber dafür umso intensiver damit in Berührung gekommen.